Zur Geschichte des Heidelberger Schlosses

Rhein-Neckar-Guide

Der Freizeit- und Ausflugsführer für die Metropolregion

Rhein-Neckar-Guide header image 1

Zur Geschichte des Heidelberger Schlosses

Die Anfänge

Die Ursprünge des Baus liegen verborgen im Dunkel des Mittelalters. Heidelberg wurde erstmals 1196 erwähnt, zu dieser Zeit könnte eine Burg im Besitz von Konrad von Hohenstaufen, einem Bruder des Kaisers Friedrich Barbarossa existiert haben.

Aber schon vorher gab es eine Burg oberhalb des späteren Schlosses auf der Molkenkur. Sie gehörte dem lokalen Adelsgeschlecht von Bergheim. Aus ihr ging das obere Schloss hervor, welches durch eine Pulverexplosion in Folge eines Blizschlages im Jahr 1537 zerstört wurde.1214 wurde die Kurpfalz zu der auch Heidelberg gehörte, Ludwig I. aus dem Geschlecht der Wittelsbacher zu Lehen gegeben.

Dieses Herrschergeschlecht regierte die Pfalz und Bayern bis ins Revolutionsjahr 1918. Die Familie hat sich im übrigen große Verdienste um den deutschen Fremdenverkehr erworben, auch Neuschwanstein wurde von einem Wittelsbacher erbaut (König Ludwig II. von Bayern).

Es ist recht wahrscheinlich, daß Ludwig der I. bald nach 1214 mit dem Bau des Heidelberger Schlosses begonnen hat. Ludwig und seine Nachfolger waren „Pfalzgraf bei Rhein“ und gehörten damit zu den 9 Kurfürsten welche den deutschen Kaiser wählten.

Der älteste, bis heute existierende Teil des Schlosses wurde vom Jahr 1400 an von Ruprecht III. gebaut. Dieser war gerade als Ruprecht I. zum deutschen König gewählt worden, und brauchte deshalb nicht nur mehr Platz, sondern auch eine sichere Festung.

Die Blütezeit

Sein Enkel Kurfürst Friedrich I., auch „der Siegreiche“ genannt war vielleicht der wichtigste Bewohner des Schlosses. Er war ein äußerst listiger Stratege, weswegen er 1462 die Schlacht bei Seckenheim haushoch gewann. Dabei gelang es ihm den Markgraf von Baden, den Graf von Württemberg und den Bischof von Metz gefangenzunehmen. Die drei prominenten Geiseln wurden auf dem Schloss gefangengesetzt und mussten neben einem hohen Lösegeld auch einiges an Territorien abdrücken. Die Kurpfalz wurde dadurch zu einer der stärksten Mächte im Reich.

In den folgenden 160 Jahren bis 1622 wurde das Schloss mehrmals erweitert und verschönert. Kurfürst Ottheinrich baute von 1556-1559 den ersten Renaissance Palast in Deutschland. Im Jahr 1616 startete Kurfürst Friedrich V. den Bau des berühmten Gartens „Hortus Palatinus“, der wegen dem sich bald ankündigenden 30 Jährigen Krieg niemals vollendet wurde.

Die Zerstörungen

Friedrich V. bewies in diesem Krieg kein gutes Händchen. Er ließ sich gleich am Anfang zum König von Böhmen wählen. Das brachte Ihm Ärger mit dem Kaiser ein. Leider verlor er dann auch gleich die Schlacht am weissen Berg, die erste große des Krieges. Damit war neben dem Königstitel auch sein Land und alle Herrschaftsrechte weg. In die Geschichte eingegangen ist er unter dem wenig schmeichelhaften Titel „der Winterkönig“, da er sein Königtum nicht mehr als einen Winter durchgehalten hat.

Die kaiserlichen Truppen nahmen 1622 Heidelberg und das Schloss ein. Mit einer Unterbrechung von 1633 bis 1635 während der es von den Schweden erobert und besetzt wurde, war das Schloss den Rest des Krieges in kaiserlicher Gewalt.

Nach dem westfälischen Frieden 1648 wurde Heidelberg und die Kurpfalz Karl Ludwig, dem Sohn des Winterkönigs zurückgegeben. Der begann erstmal die erheblichen Zerstörungen am Schloss zu reparieren.

Aber der nächste Krieg ließ nicht allzulange auf sich warten. Es gab einige Irritationen über die Erbfolge von Kurfürst Karl II., dessen Schwester die Schwägerin des französischen Königs Ludwig XIV. war.

König Ludwig war der Meinung dass er erben sollte, also marschierte er einfach so in der Kurpfalz ein. In dem nun folgenden Krieg wurde die Kurpfalz, Heidelberg und das Schloss völlig verwüstet. Nachdem die Besatzung des Schlosses kapituliert hatte, sprengten die Franzosen die großen Türme. Am Ende mussten die Franzosen sich zwar doch wieder zurückziehen, aber das Schloss wurde nie wieder völlig aufgebaut.
Der neue Kurfürst Johann Wilhelm residierte in Düsseldorf. Sein Bruder Karl der III. der ihm auf den Thron folgte zog nach Heidelberg und plante das Schloss wiederzuerichten. Nach der offiziellen Version bekam er dann aber Ärger mit den Heidelbergern, weil er die protestantische Heilig-Geist Kirche zu seiner katholischen Hofkirche umfunktionieren wollte. So richtig sauer soll er dann die Residenz kurzerhand nach Mannheim verlagert haben. Dort begann er mit dem Bau des prächtigen Barockschlosses.

Wahrscheinlich hatten sich aber auch einfach die Zeiten geändert. Das Heidelberger Schloss ist eine düstere Festung auf dem Berg. In seinen Ursprüngen eine mittelalterliche Ritterburg. Schlösser nach diesem Modell waren im 18. Jahrhundert endgültig aus der Mode gekommen. Das Mannheimer Schloss ist ein heller, repräsentativer Palast ohne jede Verteidigungsfunktion.

Das vom Fürsten verlassene Heidelberger Schloss verfiel weiter. Wie viele alte Gemäuer wurde es als Steinbruch verwendet und sollte sogar, nachdem Heidelberg 1803 an Baden gefallen war, abgerissen werden.

Die Auferstehung der Ruine

Nachdem die Franzosen das Schloss ja schon in diesen ruinösen Zustand versetzt hatten, war es auch ein Franzose der es als „romantische Ruine“ wiederentdeckte und es somit auch vor dem Abriss bewahrte. Eigentlich war Graf Charles de Graimberg nur gekommen um die Landschaft und das Schloss zu malen. Die Faszination die es auf ihn ausübte, war so stark daß er blieb.

Die restlichen 54 Jahren seines Lebens widmete er dem Schloss. Mit seinen Forschungen, Zeichnungen und Publikationen machte er es bekannt und begründete den florierenden Schlosstourismus.

Tags: Heidelberg

0 responses so far ↓

  • There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.

Leave a Comment